Mo04.09.
20:00 - 21:00

radioeins und Freitag Salon

Wie bedroht ist die deutsche Politikkultur?

mit Jakob Augstein

Jakob Augstein diskutiert mit Michel Friedman über den Verfall der politischen Kultur, die Bedrohung der Demokratie und rechten Populismus.

Michel Friedmann

Zwölf Jahre Angela Merkel. Zwölf Jahre Monotonie. Und immer noch kein Ende in Sicht! Was bedeutet dieser Dauerzustand für die politische Kultur in Deutschland? Und wichtiger noch: Was bedeutet es für die Demokratie und die demokratische Gemeinschaft?

Nach der Bundestagswahl im September wird der Rechtsruck, der in ganz Europa spürbar ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Deutschen Bundestag ankommen. Die letzten Prognosen sehen die AfD sogar mit einem zweistelligen Prozentsatz. Merkels bekannte Strategie, heikle Themen auszusitzen, um die politische Auseinandersetzung zu stoppen, wird abgestraft.

Michel Friedman, streitbarer Publizist und Moderator, rät der CDU, der er seit Jahren angehört, politisch vor allem zu Weltoffenheit, sozialer Marktwirtschaft und der Stabilisierung Europas. „Die Frage der Integration ist eine doppelte Herausforderung“, so Friedman. „Nicht nur Zugewanderte müssen integriert werden, sondern auch Deutsche, die sich am rassistischen antidemokratischen Rand befinden.“ Aber reicht das aus, um politische Kultur zu stärken und die Demokratie zu schützen?

Jakob Augstein diskutiert mit Michel Friedman über den Verfall der politischen Kultur, die Bedrohung der Demokratie und rechten Populismus.

Zur Person


Michel Friedman wurde 1956 in Paris geboren. Er ist Sohn jüdischer Eltern, die den Holocaust Dank Oskar Schindler überlebten, und wohnt in Frankfurt am Main. Der heute promovierte Rechtsanwalt und Philosoph besuchte das Goethe Gymnasium und studierte danach Medizin bis zum Physikum.

Anschließend wechselte Friedman an die juristische Fakultät. Seit 2015 ist er Professor an der Frankfurt University of Applied Siences und Geschäftsführender Direktor des European Center for Applied Studies. Friedman ist darüber hinaus Publizist und Journalist und war Herausgeber der „Allgemeinen Jüdischen Zeitung“ sowie beim Aufbau Verlag Herausgeber des politischen Sachbuches. Friedman war stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden und Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses. Als Moderator arbeitete er für den Hessischen Rundfunk „Vorsicht Friedman“ und die ARD „Friedman“.

Seit 13 Jahren moderiert er die politische Talkshow „Studio Friedman“ bei N24 und seit 2016 auch die englischsprachige internationale Talkshow „Conflict Zone“ bei der Deutschen Welle. Als Gastgeber begleitet Friedman seit über acht Jahre eine philosophische Reihe im Schauspielhaus Frankfurt, welche am 25.September im Berliner Ensemble fortgesetzt wird.

Am Montag, den 4. September 2017 um 20 Uhr im Maxim Gorki Theater, Studio Я , Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin.

Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Zu hören auch live auf radioeins von 20.00 – 21.00 Uhr.

Die politische Diskussion

radioeins und Freitag Salon

radioeins und Freitag Salon

Der radioeins und Freitag Salon ist ein politisches Diskussionsformat im Maxim Gorki Theater Berlin - ein Zwiegespräch zwischen "Freitag"-Verleger Jakob Augstein und seinem Gast. Zuletzt waren u.a. Thilo Bode, die Yes Men, Frank Bsirske, Gregor Gysi, Constanze Kurz, Sandra Maischberger, Evgeny Morozov, Claudia Roth, Harry Rowohlt, Sahra Wagenknecht, Harald Welzer, Marina Weisband und Jean Ziegler zu Gast. Jenseits von Netz und Papier diskutiert Jakob Augstein mit den Gästen über Glück und Unglück der Gegenwart. Das Format existiert seit Oktober 2009 und findet seit dem in regelmäßigen Abständen statt.
 
Jakob Augstein ist seit 2008 Verleger und seit 2013 Chefredakteur der Wochenzeitung „der Freitag“. 1967 in Hamburg geboren, studierte er von 1989 bis 1993 Politik an der Freien Universität Berlin und am Institut d'études politiques de Paris (Sciences Po Paris). Er schrieb für die "Berliner Zeitung", war zehn Jahre lang für die "Süddeutsche Zeitung" als Reporter in Berlin und den neuen Bundesländern unterwegs und war für "die Zeit" tätig. Seit Januar 2011 schreibt er für Spiegel Online die Kolumne S.P.O.N. – Im Zweifel links. [mehr]