Sa18.02.
21:00 - 23:00

Berlinale Radio

Der Berlinale Nighttalk

mit Knut Elstermann

Der Berlinale Nighttalk live aus der radioeins xXLounge im CinemaxX am Potsdamer Platz.

Knut Elstermann © radioeins, Jochen Saupe

Knut Elstermann begrüßte die Preisträger der 67. Berlinale - zu Gast waren:

die Preisträger der Berlinale Shorts: Karam Ghossein, Audi Short Film Award für „Street of Death“, Diogo Costa Amarante, Goldener Bär für den Besten Kurzfilm für „Cidade Pequena“ und Esteban Arrangoiz Julien, Silberner Bär Preis der Jury (Kurzfilm) für „Ensueño en la Pradera“ // (11'54") Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus für "Estiu 1993": Regisseurin Carla Simón und Produzentin Valérie Delpierre // (19'55") Glashütte Original Dokumentarfilmpreis für „Ghost Hunting“: Regisseur Raed Andoni, Produzentin Palmyre Badinier und Protagonist Wadee Hanani // (31'55") Dana Bunescu, Silberner Bär für den Schnitt in "Ana, mon amour" // (38'12") Gonzalo Maza, Schauspielerin Daniela Vega und Sebastián Lelio - Silberner Bär für das Beste Drehbuch // (49'00") Georg Friedrich, Silberner Bär als Bester Darsteller in "Helle Nächte" // (55'31") Alfred-Bauer-Preis: Silberner Bär für "Pokot" von Agnieszka Holland und Kasia Adamik // (65'06") Regisseur Alain Gomis, Silberner Bär Großer Preis der Jury für "Félicité" // (71'59") Filmkritikerin und Journalistin Katja Nicodemus (DIE ZEIT) mit einer Festivalbilanz // (78'19") Ildikó Enyedi, Goldener Bär für "On Body and Soul"

Der Goldene Bär der diesjährigen Berlinale geht an den ungarischen Liebesfilm "Körper und Seele" von Ildiko Enyedi.  Das gab die Jury am Abend bekannt. Der Film erzählt die Liebesgeschichte zweier schüchterner Mitarbeiter eines Schlachthofs in Budapest. 

Die Schauspieler-Bären gewannen der Österreicher Georg Friedrich und die Südkoreanerin Kim Min-hee. Friedrich spielt in dem Roadmovie "Helle Nächte" des Berliner Regisseurs Thomas Arslan einen Vater, der sich seinem Sohn nach langer Trennung wieder annähern will. Kim Min-hee erhielt den Silbernen Bären für ihre Rolle in "On the Beach at Night Alone". 

Der finnische Kultregisseur Aki Kaurismäki wurde für sein Flüchtlingsdrama "Die andere Seite der Hoffnung" mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

22:50

Bester Film

Goldener Bär für "Testről és lélekről" ("On Body and Soul") von Ildikó Enyedi

Erstmals nach 42 Jahren geht der Goldene Bär wieder nach Ungarn. Ildikó Enyedis Liebesfilm "Testről és lélekről" ("On Body and Soul") hat den Hauptpreis der 67. Berlinale erhalten - eine zarte Liebesgeschichte, die sich ausgerechnet am Rande des blutigen Gemetzels in einem Budapester Schlachthaus anbahnt.

Goldener Bär für "On Body and Soul" von Ildikó Enyedi © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

Zärtlich, aber auch mit hintergründigem Humor erzählt Ildikó Enyedi von der Begegnung zweier Menschen, die zunächst jeder für sich und dann miteinander die Welt der Gefühle und des körperlichen Begehrens entdecken. Es geht um die Schwierigkeit und die Angst, sich zu öffnen; um das Glücksgefühl, wenn man sich schließlich auf einen anderen Menschen einlässt.

Knut Elstermann begrüßte zum krönenden Abschluss des Berlinale Nighttalks die Preisträgerin des Goldenen Bären für ihren Film "Testről és lélekről" - Ildikó Enyedi. [mehr]

22:30

Großer Preis der Jury

Silberner Bär für "Félicité" von Alain Gomis

Den Großen Preis der Jury hat der Franzose Alain Gomis mit seiner im Kongo spielenden Emanzipationsgeschichte "Félicité" erhalten.

"Félicité": Regisseur Alain Gomis mit dem Silbernen Bären Großer Preis der Jury © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

Félicité ist eine stolze, unabhängige Frau, die als Sängerin in einer Bar in Kinshasa arbeitet. Wenn sie auf die Bühne geht, scheint sie die Welt und den Alltag um sich herum zu vergessen. Auch die Gäste lassen sich vom Rhythmus der melancholischen und kraftvollen Melodien anstecken. Als Félicités Sohn nach einem schweren Unfall im Krankenhaus liegt, versucht sie verzweifelt, das Geld für eine Operation aufzutreiben. Ein atemloser Streifzug durch ärmliche Straßen und durch wohlhabendere Bezirke der kongolesischen Hauptstadt beginnt.

Tabu, einer der Stammgäste der Bar, der in jeder Hinsicht gern über die Stränge schlägt, will Félicité helfen. Nur widerwillig nimmt sie das Angebot an. Nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus findet Félicités Sohn nicht in sein altes Leben zurück, doch ausgerechnet der Schwerenöter Tabu lockt ihn aus der Reserve. Félicités karge Wohnung mit dem permanent kaputten Kühlschrank wird zum utopischen Ort in einem Land, das für die meisten seiner Einwohner keine Hoffnung bereithält. Das Trio bildet eine eigenwillige Schicksalsgemeinschaft, die gemeinsam getrennte Wege gehen darf.

Knut Elstermann begrüßte den Preisträger des Silbernen Bären Großer Preis der Jury: den Regisseur Alain Gomis. [mehr]

22:20

Alfred-Bauer-Preis

Silberner Bär für "Pokot" ("Spoor")

Die polnische Altmeisterin Agnieszka Holland wurde für ihren Öko-Thrller "Pokot" mit dem Alfred-Bauer-Preis für geehrt, der für einen Spielfilm vergeben wird, der neue Perspektiven eröffnet.

Alfred-Bauer-Preis: Silberner Bär für "Pokot" von Agnieszka Holland (li.) und Kasia Adamik © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

Pokot spielt in einer Landschaft mit wechselnden Jahreszeiten, deren wilde Schönheit jedoch nicht über Korruption, Grausamkeit und Dummheit ihrer Bewohner hinwegtäuscht. Fest verwurzelt in der Realität der polnischen Provinz, ist der Film so anarchistisch wie seine Heldin – ein waghalsiger Genremix aus komischer Detektivstory, spannendem Ökothriller und feministischem Märchen.

Knut Elstermann begrüßte die Preisträgerinnen des Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis: Agnieszka Holland und Kasia Adamik.

22:10

Bester Darsteller

Silberner Bär für Georg Friedrich in "Helle Nächte"

Der österreichische Schauspieler Georg Friedrich ist auf der Berlinale für seine Vaterrolle im Film "Helle Nächte" mit dem Silbernen Bären in der Kategorie "Bester Darsteller" ausgezeichnet worden.

Silberner Bär als Bester Darsteller für Georg Friedrich in "Helle Nächte" © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

Georg Friedrich spielt in der WDR-Koproduktion "Helle Nächte" den in Berlin lebenden Bauingenieur Michael, der die Nachricht vom Tod seines Vaters erhält. Zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn Luis (Tristan Göbel), zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, reist Michael zum Begräbnis in die Einsamkeit des nördlichen Norwegens, wohin sich sein Vater vor langer Zeit zurückgezogen hatte. Nach dem Begräbnis verbringen Michael und Luis noch einige Tage in der Region. Doch das Sich-Näherkommen gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Knut Elstermann begrüßte Georg Friedrich, den Preisträger des Silbernen Bären als Bester Darsteller, im Berlinale Nighttalk. [mehr]

22:00

Bestes Drehbuch

Silberner Bär für Sebastián Lelio und Gonzalo Maza für "Una mujer fantástica"

Der chilenische Filmemacher Sebastián Lelio und sein Kollege Gonzalo Maza haben bei den Silbernen Bären für das beste Drehbuch bekommen.

Silberner Bär für das Beste Drehbuch für „A Fantastic Woman“: Gonzalo Maza, Schauspielerin Daniela Vega und Sebastián Lelio (v.l) © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

"A Fantastic Woman" ("Una Mujer Fantástica") handelt von einer Transgender-Frau Marina (Daniela Vega), die nach dem Tod ihres Lebenspartners von der Familie des Verstorbenen ausgegrenzt wird. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.

Knut Elstermann begrüßte die Preisträger des Silbernen Bären für das Beste Drehbuch sowie die Schauspielerin Daniela Vega im Berlinale Nighttalk.

21:50

Herausragende Künstlerische Leistung

Silberner Bär für Dana Bunescu für den Schnitt in "Ana, mon amour"

Der Silberne Bär für besondere künstlerische Leistungen geht an die Rumänin Dana Bunescu für den Schnitt in dem rumänisch-deutsch-französischen psychologischen Liebesdrama "Ana, mon Amour" (Regie Călin Peter Netzer/Rumänien). Knut Elstermann begrüßte Dana Bunescu im Berlinale Nighttalk.

Silberner Bär für Dana Bunescu für den Schnitt in "Ana, mon amour" © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger
21:30

Glashütte Original Dokumentarfilmpreis

"Istiyad Ashbah" (Ghost Hunting) von Raed Andoni

Der Film "Ghost Hunting" des palästinensischen Regisseurs Raed Andoni hat den erstmals verliehenen Glashütte Original Dokumentarfilmpreis für die beste Dokumentation bekommen.

Glashütte Original Dokumentarfilmpreis für „Ghost Hunting“: Regisseur Raed Andoni (mi.), Produzentin Palmyre Badinier und Protagonist Wadee Hanani © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

In Ramallah sucht Regisseur Raed Andoni per Zeitungsanzeige ehemalige palästinensische Insassen des Moskobiya-Verhörzentrums in Jerusalem, die zudem Erfahrung als Handwerker, Architekten oder Schauspieler haben. Nach dem Casting, das fast wie ein Rollenspiel wirkt, lässt er in einer leeren Halle Verhörräume und Zellen der Gefangenen maßstabsgetreu nachbauen – immer in enger Abstimmung mit den Männern und basierend auf ihren Erinnerungen an den Ort. In dem realistisch anmutenden Setting spielen sie zusammen Verhörsituationen nach, diskutieren Details der Einrichtung und sprechen über die Erniedrigungen, die sie während der Haft erlebt haben.

Mit Techniken, die an das sogenannte Theater der Unterdrückten erinnern, wird eine Re-Inszenierung von real Erlebtem erarbeitet. Die Rekonstruktion bringt lange unterdrückte Gefühle und unverarbeitete Traumata zum Vorschein, die Arbeit an dem Film laugt die Männer körperlich wie seelisch aus. Auch der Regisseur agiert vor der Kamera. Er schafft nicht nur eine Bühne für seine Protagonisten, er verarbeitet auch die eigenen bruchstückhaften Erinnerungen an seine Haft in Moskobiya vor über 30 Jahren.

Knut Elstermann begrüßte die Preisträger des Glashütte Original Dokumentarfilmpreises: den Regisseur Raed Andoni, die Produzentin Palmyre Badinier und den Protagonisten Wadee Hanani.

21:20

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus

"Estiu 1993" (Sommer 1993) von Carla Simón

In Carla Simóns eindrucksvollem Film "Estiu 1993", lernen wir durch die Augen eines kleinen Mädchens mit Verlust umzugehen. Was dieser bemerkenswerten Heldin widerfährt und was uns zu Tränen berührt hat, ist dass, wie sehr es auch wehtun mag, es die bedingungslose Liebe der Menschen um dich herum ist, die deine Schmerzen mildern vermag.

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus für "Estiu 1993": Regisseurin Carla Simón (li.) und Produzentin Valérie Delpierre © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

Neben der herausragenden Darbietung der jungen Hauptdarstellerin, war die Jury außerdem sehr beeindruckt von der wunderschönen Kameraarbeit und sinnlichen mise-en-scène.

Knut Elstermann begrüßte die Preisträgin des großen Preises der Internationalen Jury von Generation Kplus: Regisseurin Carla Simón und ihre Produzentin Valérie Delpierre.

21:10

Berlinale Kurzfilme

Preisträger der Berlinale Shorts

In der Kategorie Kurzfilm ging der Goldene Bär an "Kleine Stadt" ("Cidade Pequena") von Diogo Costa Amarante aus Portugal. Den Silbernen Bären gab es für "Träumerei in der Prärie" ("Ensueño en la Pradera") von Esteban Arrangoiz Julien aus Mexiko. Karam Ghossein bekam für seinen Kurzfilm "Street of Death" den Audi Short Film Award.

Karam Ghossein, Audi Short Film Award für „Street of Death“, Diogo Costa Amarante, Goldener Bär für den Besten Kurzfilm für „Cidade Pequena“, Kuratorin der Berlinale Shorts Maike Mia Höhne und Esteban Arrangoiz Julien, Silberner Bär Preis der Jury (Kurzfilm) für „Ensueño en la Pradera“ (v.l.n.r.) © snapshot-photography/T. Seeliger
snapshot-photography/T. Seeliger

Knut Elstermann begrüßte die Preisträger der Sektion Berlinale Shorts im Berlinale Nighttalk.

67. Berlinale

Das Berlinale-Radio

9. bis 19. Februar 2017

radioeins Kino

Auch in diesem Jahr sind wir wieder vor Ort und berichten live von den Filmfestspielen. Ob Berichte vom Roten Teppich, aktuelle Filmkritiken oder spannende Interviews - radioeins ist das ... [mehr]