Stand vom 21.03.2010, 16:00
Berliner Nikolaikirche wieder offen
Sie wurde in den vergangenen zwei Jahren saniert. Gleichzeitig ist eine Ausstellung eröffnet worden, die die Entstehung und Nutzung des Gotteshauses in den vergangenen 800 Jahren nachzeichnet.
Nach über zweijähriger Sanierung ist am Sonntag das älteste Kirchengebäude Berlins, die Nikolaikirche, wiedereröffnet worden. Der Regierende Bürgermeister Wowereit (SPD) sprach von einem stadtgeschichtlichen Juwel.
Eine Dauerausstellung in dem Haus zeigt die Geschichte der Kirche. Nach Angaben der Stiftung Stadtmuseum stand bereits im 13. Jahrhundert eine Holzkirche an der Stelle der späteren Nikolaikirche.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört und 1987 wieder aufgebaut. 1991 konstituierte sich in der Nikolai-Kirche das erste frei gewählte Gesamtberliner Abgeordnetenhaus.
Das Gebäude wird bereits seit 1939 nicht mehr kirchlich genutzt.
Grass: DDR-Schriftstellerverband hat versagt
Der Nobelpreisträger geißelte bei einer Buchvorstellung in Berlin Verrat und ideologische Enge. Er attackierte dabei den anwesenden ehemaligen DDR-Verbandsvorsitzenden Kant. Günter Grass kritisierte aber auch die heutige Demokratie in Deutschland.
Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat dem früheren DDR-Schriftstellerverband "ein einziges Versagen" vorgeworfen.
Die Bevölkerung in der DDR sei weiter gewesen als der Verband, sagte Grass am Sonntag im Berliner Ensemble. Dort wurde das Buch "Günter Grass im Visier - Die Stasi-Akte" von Kai Schlüter vorgestellt.
Dass jemand, der später Verbandspräsident war, seine eigenen Kollegen, die es gewagt hätten, den Mund aufzumachen, verrate, sei schändlich, sagte Grass in Anwesenheit des Schriftstellers und damaligen Verbandspräsidenten Hermann Kant (83), der im Publikum saß. Kant hatte in jüngster Zeit Vorwürfe zurückgewiesen, Grass bespitzelt zu haben.
Grass erneuerte seine Forderung, auch Einsicht in westdeutsche Geheimdienstakten, die möglicherweise über ihn geführt worden seien, zu erhalten. "Ich würde gerne einen Stilvergleich machen."
Die heutige Demokratie in Deutschland ist nach Ansicht des Nobelpreisträgers "brüchig und zeigt eine deutliche Anfälligkeit". Lobbyisten hätten das Parlament umringt, das inzwischen teilweise auch käuflich geworden sei.
Stadtschloss-Modell in Potsdam zu sehen
Der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses rückt näher: Pünktlich zum ersten Spatenstich am kommenden Donnerstag soll der Öffentlichkeit ein Modell des künftigen Landtags präsentiert werden.
In Potsdam können sich Interessierte ab Donnerstag anhand eines Modells ein Bild vom neuen Stadtschloss machen.
Finanzminister Helmuth Markov (Linke) teilte am Samstag mit, das Modell im Maßstab 1:500 werde in der Infobox an der Schlossbaustelle präsentiert. Mit einem symbolischen ersten Spatenstich werden am Donnerstag auch die Bauarbeiten zum weitgehenden Wiederaufbau des Schlosses beginnen.
Fragment der Stadtschlossfassade übergeben
Erst am Freitag hatte ein Bürger den steinernen Kopf einer Puttenfigur des Schlosses an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) übergeben.
Er stamme vermutlich aus dem großen Schmuckrahmen am Mittelrisalit der zum Lustgarten ausgerichteten Fassade des Schlosses, sagte die Kustodin der Skulpturensammlung, Saskia Hüneke, in einer ersten Einschätzung.
Der heute 67 Jahre alte Finder Wolfgang Uhlig sagte, er habe den Kopf während der Abrissarbeiten auf einem Schutthaufen gefunden und mitgenommen. Als 17-jähriger Grafiklehrling sei er in den Jahren 1959 und 1960 beinahe täglich am Alten Markt gewesen. Die Steinfigur habe jahrzehntelang an der Garagenwand in seinem Garten im Potsdamer Stadtteil Drewitz gehangen.
Kustodin Hüneke sagte, es sei "sehr erfreulich, dass Bürger damals Teile des Schlosses geborgen haben". Sie hatte eigenen Angaben zufolge den Kopf einer sogenannten Fama (Göttin) erwartet, eine der Hauptfiguren der Kartusche über dem Eingang. Das nun übergebene Fragment könnte Teil der Katusche sein.
Das 120 Millionen Euro teure Gebäude auf dem Alten Markt soll bis Ende 2012 fertig werden. Es wird dann als neues Landtagsgebäude genutzt.
Marc-Chagall-Ausstellung in Cottbus
Anlässlich des 25. Todestages des Künstlers in diesem Jahr stellte die Galerie Traudisch-Schröter aus Wiehl (Nordrhein-Westfalen) im Auftrag der kirchlichen Gemeinde Werke Chagalls zusammen.
Eine Ausstellung über Marc Chagall und seine unbekannten Werke ist am Samstag in Cottbus eröffnet worden. Die Schau mit dem Titel "Der unbekannte Chagall" zeigt bis 5. April biblische Radierungen und Lithographien des Künstlers.
Anlässlich des 25. Todestages Chagalls in diesem Jahr stellte die Kunst-Buch-Galerie Traudisch-Schröter aus Wiehl (Nordrhein-Westfalen) im Auftrag der kirchlichen Gemeinde Werke Chagalls zusammen. Diese Sammlung enthält 50 biblische Grafiken, darunter 40 Radierungen und zehn Lithografien.
Die Ausstellung wurde zuvor in Spremberg und Guben (Spree-Neiße) gezeigt. Zur Bilderschau gehört eine Buchausstellung, die viele der deutschsprachigen Chagall-Titel zeigt.