radioeins Plattenkritiken

CD der Woche
03.11.2017

Soundcheck

Screen Memories von John Maus

Screen Memories von John Maus © Domino Records
Domino Records

Nach sechs Jahren meldet sich der verrückte New-Wave-Alleinunterhalter und Philosoph John Maus mit seinem vierten Album zurück. Obwohl er nun auf selbst gebauten Modular-Synthesizern spielt, klingt seine Musik so mitreißend schräg wie eh und je. Seine kurzen, einfachen Kompositionen rauschen heftig, sowohl Suicide als auch DAF sind eindeutige Klang-Referenzen. Maus’ Bariton tönt als ob er in einen Brunnen gefallen wäre – der Hall auf seiner Stimme verhindert oft, die kruden, mit Verweisen auf Philosophen wie Deleuze gespickten Texte verstehen und dechiffrieren zu können – was das ... [mehr]

01.11.2017

Back in Black

Resurgam von Fink

Das Vinyl der Woche

Resurgam von Fink © R'Coup'd (Rough Trade)
R'Coup'd (Rough Trade)

Die CD ist zu tot, das MP3 zu virtuell und ein Privatkonzert zu teuer. Darum feiert radioeins das Vinyl – zusammen mit Volker Quante und Ina Winkels von „Mr. Dead und Mrs. Free“. Jede Woche stellen sie ein Album vor, das nur auf Vinyl so klingt, wie es klingen soll. [mehr]

27.10.2017

Soundcheck

Das Licht dieser Welt von Gisbert zu Knyphausen

Das Licht dieser Welt von Gisbert zu Knyphausen
PIAS (Rough Trade)

Gisbert zu Knyphausens Lieder waren wie der nächtliche Anrufs eines guten Freundes, der mal reden musste: Anekdoten aus dem Alltag, offenherzig und mit leichter Schwermut. Der Liedermacher war der Meister der Melancholie. Nach dem plötzlichen Tod seines Weggefährten Nils Koppruch, mit dem er im Projekt Kid Kopphausen spielte, zog er sich zurück. Sieben Jahre nach dem letzten Album schlägt er nun hellere Töne an, singt sogar zwei englische Songs – und entdeckt den Bandsound für sich. Ariana Zustra, Musikjournalistin [mehr]

27.10.2017

Soundcheck

Face Your Fear von Curtis Harding

Fear Your Face von Curtis Harding
Anti

Früher war Curtis Harding Backgroundsänger bei CeeLo Green, jetzt hat er zusammen mit dessen Gnarls-Barkley-Partner Danger Mouse und Sam Cohen den Nachfolger seines starken Debüts von 2014 aufgenommen. Sound und Arrangements sind etwas ausgefeilter, doch insgesamt bleibt der Musiker aus Atlanta seiner klassischen Soul-Linie treu. Nadine Lange, Tagesspiegel [mehr]

27.10.2017

Soundcheck

Carry Fire von Robert Plant

Carry Fire von Robert Plant
Nonesuch

Robert Plant interessiert sich nicht für die Vergangenheit. Berufsjugendlichkeit ist für Robert Plant kein erstrebenswertes Konzept. Statt Jimmy Pages Barmen um eine Led-Zeppelin-Wiedervereinigung nachzugeben, erforscht Plant die Wurzeln von Rock, Folk, Blues und wird dabei auf sehr natürliche Weise älter. Auf „Carry Fire“ fleht, haucht und juchzt er sich durch arabische, afrikanische, keltische und amerikanische Motive, die er mit jenem Selbstverständnis zu einem Hybrid verdichtet, wie es nur aus aufrichtiger Liebe und tiefer Kenntnis entstehen kann. Plant ist in diesen Stilen heimisch ... [mehr]