Schnitzel, Kippe, Bier – viel mehr braucht es nicht, damit Toni Mahoni glücklich ist. Mit Videoblocks wurde der Berliner berühmt, sie brachten ihm den Grimme-Online-Award. Dazu singt er in seiner eigenen Band, kein Wunder bei der Tom-Waits-Stimme. Jetzt hat Toni Mahoni einen Roman und dazu das Hörbuch herausgebracht – gelesen von ihm selbst. In „Gebratene Störche“ tappst er durch sein Leben. Trotz Jobverlust, WG-Knatsch und Ärger mit dem Kapitalismus bleibt er dabei immer optimistisch.
In seinen skurrilen Alltagsgeschichten geht es oft um Tonis Jobs. Und vor allem ist da seine etwas wahnsinnige Freundin Peggy, die eigentlich das genaue Gegenteil von Toni ist: Vegetarierin und rabiate Kapitalismuskritikerin, die bösartige Pfandautomaten mit Bauschaum verstopft und die Dekadenz unserer Gesellschaft auch mit vollem Körpereinsatz anprangert. Toni Mahonis Geschichten funktionieren vor allem im Hörbuch, weil er mit seinem schnoddrigen Berlinerisch schon an sich ein Hinhörer ist. Er selbst bezeichnet sein Werk selbstironisch als Niedergang der deutschen Sprache. Mit einem gewissen Stolz baut er bewusst einige Berlin-typische Grammatikfehler ein: z.B. „wegen mir“ statt „meinetwegen“ – aber das macht Mahoni nur sympathischer. Es wirkt so, als ob er seine Geschichten am Lagerfeuer erzählt, gemütlich mit Kippe und Bier. Man hört einfach gerne zu und ich dachte am Ende: sympathischer Kerl, mit dem könnte man nette Abende verbringen – nur bitte ohne gebratene Störche, denn die, auch das erfährt man hier, sollen ganz schön zäh sein. Boris Kullick
Toni Mahoni „Gebratene Störche“ Tacheles bei Roof-Music 4 CDs 19,95 €